Patrick Hausding (links) und Sascha Klein, hier bei den Europameisterschaften 2013 in Rostock auf dem Weg zu Synchron-Gold vom Turm, wollen ihren Titel verteidigen. Foto: Hannibal/dpa

Die Europameister vom Dreier und Turm sichern ihren Nationen die Startberechtigungen für Rio 2016

Lutz BuschkowRostock Nein, eine Medaillenprognose war Lutz Buschkow partout nicht zu entlocken. „Wir wollen an die vergangene EM anknüpfen und unter den Top-Drei-Nationen sein“, sagte der Chefbundestrainer der deutschen Wasserspringer vor den Europameisterschaften in Rostock.

Ab heute und bis zum Sonntag kämpfen 13 Deutsche in elf Wettbewerben um Edelmetall, Platzierungen und auch um Quotenplätze für Olympia 2016 in Rio. Vor zwei Jahren gab es in Rostock zwei Gold- und je vier Silber- und Bronzemedaillen. 2014 holten die deutschen Springer im Rahmen der Schwimm-EM von Berlin ebenfalls zehn Medaillen.

Die deutschen Chancen sind an zwei Namen festzumachen: Patrick Hausding und Sascha Klein. Hausding war vor einem Jahr mit drei EM-Titeln erfolgreichster Springer. Der Berliner tritt diesmal auch im Team-Wettbewerb an, verzichtet dafür auf das Ein-Meter-Brett und wie auch Sascha Klein auf das Einzel vom Turm. Der Fokus liegt klar auf den olympischen Disziplinen Drei-Meter-Brett und Turm: Hier sichern die Einzel- und Synchron-Europameister ihren Ländern einen festen olympischen Startplatz für die Spiele in Rio. Nach seiner Schulterverletzung soll Martin Wolfram vom Turm wieder zu alter Stärke zurückfinden. Bescheidener sind die Aussichten bei den Frauen: Titel wären eher eine Überraschung, Medaillen sind für Tina Punzel oder Nora Subschinski drin. Endgültig festgelegt werden müssen die Starts erst heute.

Sascha Klein und Patrick Hausding können in Rostock ihre außergewöhnliche Serie verlängern. Seit 2008 gewannen die Weltmeister bei Europameisterschaften das Synchronspringen vom Turm. Ein neunter Titel in Serie ist mehr als wahrscheinlich, wären da nicht ihre Verletzungen und Blessuren. Klein verzichtet als WM-Dritter wegen seiner chronischen Schulterproblemen auf einen Einzelstart vom Turm. Auch Hausding plagt sich mit diversen Blessuren herum, beispielsweise macht die Patellasehne seit Jahren Schwierigkeiten. Aber auch ohne viel gemeinsames Training hat das routinierte Duo oft genug Erfolge gefeiert.

Vor allem die Ukraine und Russland wollen Deutschland die Medaillen und vor allem die Olympia-Quotenplätze streitig machen. Auch sonst ist die komplette europäische Elite am Start. Einzig die Briten schonen ihre besten Kräfte um Turm-Ex-Weltmeister Tom Daley für die Weltmeisterschaften im russischen Kasan, die Ende Juli ausgetragen wird.