Rostock (LEN) – Während alle europäischen Nationen mit ihren Topkräften bei den Arena Europameisterschaften im Wasserspringen in Rostock am Start sind, tritt Großbritannien mit einem Team potenzieller Kandidaten für Olympia 2020 an und musste dafür einige Kritik einstecken. „Wir haben bei uns drei verschiedene Teams: das A-Team, das B-Team, in dem Springer aus dem A-Team und von den Junioren nominiert werden können, sowie unser Junioren-Team“, erklärte Kim White das Auswahlverfahren auf der Insel. „Außerdem liegt der Fokus für uns immer auf nur einem Jahreshöhepunkt und das sind in diesem Jahr die Weltmeisterschaften in Kasan“, fügte der Leistungssportdirektor des britischen Schwimm-Verbands hinzu.

Nach sechs anstrengenden Meetings der Weltserie erhielten Thomas Daley, Jack Laugher, Tonia Couch, Sarah Barrow & Co eine Pause, ehe es nach Moskau zu einem WM-Vorbereitungslehrgang geht. Aus dem britischen A-Team ist lediglich Alicia Blagg in Rostock am Start. Sie rutschte in die Mannschaft, da sich eine Springerin kurzfristig verletzt hatte. „Und unsere Junioren sind bei den Europameisterschaften ihrer Altersklasse in Baku im Einsatz“, sagte Kim White. In Rostock hat nur Lois Toulson noch die Möglichkeit, sich vom Turm der Frauen noch für die Welttitelkämpfe in Kasan zu qualifizieren.

Insgesamt umfasst das britische Nationalteam im Wasserspringen 25 Aktive, von denen zehn in Rostock am Start sind. Die Mehrzahl trainiert in einem der drei Leistungszentren im Land: London, Leeds und Plymouth. „Vielleicht können wir hier in Rostock eine oder zwei Medaillen gewinnen. Das wären dann genauso viele wie im vergangenen Jahr in Berlin“, meinte Kim White mit einem Schmunzeln. Dort blieben die Briten mit Gold durch Sarah Barrow und Silber durch Thomas Daley, jeweils vom Turm, hinter den eigenen Erwartungen zurück.