Rostock (LEN) – Mit bislang 14 Titeln bei Europameisterschaften ist Tania Cagnotto eine der erfolgreichsten Wasserspringerinnen Europas. Bei den Arena Europameisterschaften im Wasserspringen in Rostock könnten drei weitere hinzukommen. Die Italienerin aus Bozen im Norden des Landes hat am Freitag vom Ein-Meter-Brett sowie am Samstag zusammen mit Partnerin Francesca Dallapè im Synchronspringen aus gleicher Höhe und noch einmal am Sonntag vom Drei-Meter-Brett die Chance dazu.

Im Synchronspringen wäre es dann das siebte EM-Gold seit 2009 in Folge. Eine ähnliche Serie können nur noch die Deutschen Sascha Klein und Patrick Hausding im Synchronspringen vom Turm aufweisen. Das Duo will am Sonntag seinen achten Titel in Folge unter Dach und Fach bringen.

„Man weiß ja nie, was die Konkurrenz so macht, Deshalb haben wir einen neuen Sprung einstudiert“, sagte Tania Cagnotto. Statt eines 2½-fachen Saltos rückwärts gehechtet ist nun ein 3½-facher Salto vorwärts gehechtet im Programm der beiden Italienerinnen. „Der Schwierigkeitsgrad ist um genau einen Punkt höher und so können wir auch entsprechend mehr Punkte einfahren“, ist Tania Cagnotto mit Blick auf die Titelverteidigung im Synchronspringen optimistisch. „Aber der Sprung muss auch klappen“, warnt sie schon einmal.

Im Einzel wird es für sie ungleich schwerer sein, ihren zweiten Titel bei einer Europameisterschaft in dieser Disziplin nach 2009 zu gewinnen. „Ich will gut springen und dann schauen, was dabei raus kommt“, lautet ihr Motto. Zur Vorbereitung auf Rostock hat sie auch auf die beiden letzten Meetings der FINA Weltserie in Kanada und Mexiko Ende Mai verzichtet. „Das wäre zu stressig gewesen. Ich habe das im vergangenen Jahr schon gemerkt und dem Training den Vorzug gegeben“, sagt Tania Cagnotto, die bislang 22 EM-Medaillen gewonnen hat.

Spätestens bei den Weltmeisterschaften in Kasan in Russland (24. Juli bis 9. August) will sich die 30-Jährige einen Startplatz im olympischen Teilnehmerfeld sichern. Nach Rio soll die Karriere der dann fünfmaligen Olympiateilnehmerin beendet werden. „Ich bin dann 31 Jahre alt und einmal muss Schluss sein“, hat die ebenfalls fünfmalige „LEN-Wasserspringerin des Jahres“ ihren Rücktritt bereits angekündigt.

Was danach kommt, ist noch offen. „Vielleicht werde ich Trainerin, vielleicht lande ich auch beim Fernsehen“, sagt sie zu ihren Zukunftsplänen. Zurzeit ist sie neben ihrem Sport noch bei den Finanzbehörden in Bozen angestellt. „Ich bin aber wenig am Arbeitsplatz“, gesteht Tania Cagnotto mit einem Schmunzeln…