Nach silbernem Auftakt: Goldene Aussicht für Hausding

Deutschlands Top-Wasserspringer Patrick Hausding (26) aus Berlin.  © Jens Büttner/dpaMit Silber hat Deutschlands Vorzeige-Wasserspringer bei der Europameisterschaft in Rostock einen guten Start hingelegt. In seinen Paradedisziplinen greift der 26-jährige Weltmeister nach Gold.

Rostock - Durch seine mehr als zwei Dutzend internationalen Medaillen hat Wasserspringer Patrick Hausding ein ausgeprägtes Selbstvertrauen, doch bei seiner EM-Premiere im Teamwettbewerb ging dem Weltmeister ein bisschen die Muffe. „Ich sehe den Wettkampf locker, aber ich war irgendwie nicht locker. Jeder springt für sich alleine, da hat man Angst zu versagen“, sagte Hausding fast schon entschuldigend Richtung Teamkollegin Maria Kurjo. Dabei hatte Deutschlands Vorspringer zum Auftakt der EM in Rostock keineswegs enttäuscht: Gemeinsam mit Kurjo gewann Hausding im nichtolympischen Teamwettbewerb Silber.

Der elfmalige Europameister Hausding hat in der Neptun- Schwimmhalle noch drei große Titelchancen. Heute geht er als Titelverteidiger vom Drei-Meter-Brett an den Start, einen Tag später will Hausding im Synchronspringen mit Stephan Feck nach fünf zweiten Plätzen in Folge endlich nach ganz oben aufs Podest springen. Und in der Königsdisziplin vom Turm können Hausding und Weltmeister-Synchronpartner Sascha Klein ihre Rekordserie auf acht EM-Titel hintereinander ausbauen. Mit einem Einzelsieg würde Hausding dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) zudem einen festen Startplatz für Olympia 2016 in Rio sichern. „Die Quotenplätze sind das große Ziel bei dieser EM“, sagt Hausding.

Der Marathon-Mann, der in den vergangenen Wochen für die kräfteraubende Weltserie aus dem Koffer gelebt hat, spürt allerdings erste Ermüdungserscheinungen. „Die Saison ist sehr anstrengend“, sagt der Berliner. Wie immer schleppt er sich mit Blessuren herum, diesmal schmerzt das Knie, der Rücken und das Fußgelenk. „Das sind aber alles Dinge, die ich mit der ein oder anderen Schmerztablette geregelt bekomme“, sagt er.

Seinen Synchron-Partner Klein hat es schlimmer erwischt. Die chronischen Rückenbeschwerden des Dresdners verhindern einen optimalen Trainingsaufbau, deswegen verzichtet der WM-Dritte auch auf einen Einzel-Start vom Turm. Im Synchronspringen gehen er und Hausding aber an den Start. „Aber gegen die Russen wird es wie jedes Jahr ein harter Fight, es wäre auf keinen Fall eine geschenkte Goldmedaille“, sagte Hausding, der sich von Kleins Nehmerqualitäten beeindruckt zeigt: „Wie Sascha die Sprünge durchzieht, obwohl er weiß, dass es gleich weh tut, das ist schon weltklasse.“ Die vielen Trainingslücken könnten sich jedoch spätestens bei der WM-Titelverteidigung in Kasan rächen: „Da wird es schwer. Noch einmal werden die Chinesen nicht so patzen wie in Barcelona.“

Patrick Hausding über seinen verletzungsgeplagten Synchronpartner Sascha Klein: Wie Sascha die Sprünge durchzieht, obwohl er weiß, dass es gleich wehtut, das ist schon Weltklasse.“ 

Heute, 15:30 Uhr: Finale Männer 3m-Brett. 17:30 Uhr: Finale Frauen Synchron Turm